Unser Rennrad-Test: Die Testsieger in 2021

Unser Rennrad-Test: Die Testsieger in 2021
von Yannick
6.10.2021
The Cycleverse
Gibt es das beste Rennrad? Und wenn ja, was zeichnet es aus? In unserem großen Road Bike Test haben wir die 7 besten Bikes unter die Lupe genommen und stellen euch hier die Testsieger für jeden Anspruch und Geldbeutel vor.

Die Entwicklung und das Design von Rennrädern ist weiterhin die unangefochtene Königsdisziplin im Fahrradbau. Dank berühmter Rennsport-Events à la Tour de France oder Giro d’Italia haben Roadbikes zwar mittlerweile schon eine jahrzehntelange Tradition, aber dennoch schaffen es die Hersteller Jahr für Jahr, den Vorjahresmodellen nochmal eins draufzusetzen und ihre Produkte weiter zu optimieren. 

In unserem Roadbike-Test haben wir uns sieben verschiedene Rennräder vorgenommen. Worauf es bei guten Rennrädern ankommt und welche Modelle in dieser Hinsicht besonders gut abgeschnitten haben, erfährst du hier in unserem Test.

Schnellübersicht: Die top 5 Roadbikes aus dem Test.

Der Testsieger. Der Innovator aus der Schweiz. Das Mittelklasse-Leichtgewicht. Die bayrische Kampfmaschine. Das Rennrad für längere Touren.
Das Foto zeigt das Specialized S-Works Aethos. Das Foto zeigt das BMC Roadmachine 01 Four. Das Foto zeigt das Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2. Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 SL. Das Foto zeigt das Specialized Tarmac SL6 Comp.

Specialized S-Works Aethos

BMC Roadmachine 01 Four

Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2

Cube Agree C:62 SL

 Specialized Tarmac SL6 Comp

Leichtestes und schnellstes Rad im Test. Qualitativ unschlagbare Rennradgruppe. Hoher Fahrkomfort. Sehr leicht. Hochwertige Schaltgruppe. Viele nützliche Extras und Details.
Geringes Gesamtgewicht. Flüssige Schaltung dank hochwertiger Rennradgruppe. Gute Aerodynamik. Toller Preis.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Hochwertiger, leichter Carbon-Rahmen. Tolle Rennradgruppe.
Hoher Fahrkomfort. Äußerst wendiges Modell. Hochwertige Schaltgruppe. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
UVP: 12.999 € UVP: 6.499 € UVP: 3.949 € UVP: 3.949 € UVP: 3.899 €
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Was zeichnet ein gutes Rennrad aus?

Wenn du dir ein Rennrad kaufen möchtest, kann es durchaus passieren, dass du auf deiner Recherche schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Außerdem pflegen die Händler mit Fachbegriffen um sich zu werfen, von denen ein Normalsterblicher noch nie im Leben etwas gehört hat. In einem Moment ist man noch überzeugt, endlich das Roadbike seiner Träume gefunden zu haben, bevor einen im nächsten Moment schon das nächste Modell aus den Schuhen haut. Solche Dilemmas sind bei Rennrad-Recherchen eher die Regel als die Ausnahme.

Von den hohen Preisen einzelner Rennräder solltest du dich auf keinen Fall abschrecken lassen. Vielleicht gehörst du ja ohnehin zu den Glücklichen, die sich rechtzeitig mit Bitcoins eingedeckt haben und für die Geld deshalb ohnehin keine Rolle in diesem (und eventuell auch sämtlichen nächsten) Leben mehr spielt - dann kannst du Preisschilder natürlich getrost ignorieren. Für alle anderen jedoch gilt, dass es auch zu vernünftigen Preisen bereits durchaus ordentliche Qualität zu kaufen gibt. 

Wenn du dir ein Rennrad kaufst, solltest du im Rahmen deiner Kaufentscheidung (neben Preis und Design) vor allem die folgenden beiden Kriterien berücksichtigen:

1. Der Rahmen.

Das Foto zeigt einen S-Works Carbonrahmen.
Carbonrahmen wie dieser S-Works Tarmac SL6 Disc Rahmen haben viele Vorteile: Sie sind leicht und haben dämpfende Eigenschaften.

Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Rennrads ist das Gewicht. Für dieses verantwortlich ist vor allem der Rahmen und das zu seiner Herstellung eingesetzte Material. Früher wurde dafür meist Titan und Stahl verwendet, heute kommen vor allem Carbon und Aluminium zum Einsatz. 

Carbon hat sich bei den Profis mittlerweile als Standard etabliert. Das heißt aber nicht, dass du auf den Luxus eines Carbon-Rahmens verzichten musst, denn durch die günstigeren Herstellungsprozesse bei der Verarbeitung von Carbon sind entsprechende Modelle auch für Hobbyfahrer durchaus erschwinglich. 

Der große Vorteil von Carbon-Rahmen ist nicht nur das geringere Gewicht im Vergleich zu Aluminium, sondern darüber hinaus auch noch die dämpfenden Eigenschaften und die geringe Abnutzung. Denn Carbon wird nicht nur für die Konstruktion des Rahmens verwendet, sondern auch für stärker belastete Elemente wie Gabel, Laufräder, Schaltung, Vorbau, Sattelstütze und Sattel.

Doch es spricht nicht alles gegen Aluminium: Das große Plus von Aluminium ist die Steifigkeit des Materials und die damit verbundene Kraftübertragung. Diese Steifigkeit wird im Laufe der Zeit jedoch zum Nachteil, wenn das Material erste Ermüdungserscheinungen zeigt.

Lies auch hier welche Auswirkungen moderne Geometriedaten eines Fahrradrahmens auf das Rennradfahren haben.

2. Die Rennradgruppe.

Neben dem Rahmen kommt es vor allem auf die Rennradgruppe an, die auf dem jeweiligen Roadbike verwendet wird. Dabei handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um die komplette Technik, die auf dem Rennrad zum Einsatz kommt. Sie besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Bremsen.
  • Kurbelgarnitur.
  • Kettenblätter.
  • Kette.
  • Kassette.
  • Schaltwerk.
  • Schalthebel.

Den Markt teilen sich vor allem drei Unternehmen untereinander auf: Shimano, SRAM und Campagnolo. Das größte Sortiment bietet dabei Shimano. Sora, Tiagra und Claris kommen vor allem bei Bikes in unteren Preisklassen zur Anwendung. Die populärste Rennradgruppe auf dem Markt ist wohl mit Abstand die Shimano 105. Sie ist vor allem bei ambitionierten Hobbyfahrern sehr beliebt aufgrund ihrer Verlässlichkeit und Langlebigkeit. 

Wer hingegen eine echte High-End-Rennradgruppe möchte, die zum Teil auch von den Profis verwendet wird, greift am besten zur Shimano Ultegra. In der Praxis setzen die meisten Profiteams allerdings auf die Dura-Ace als äußerst leichtgängige und effiziente Schaltgruppe.

Von SRAM gibt es für Einsteiger die Apex. Das Gegenstück zur Shimano 105 bildet die Rival. Fortgeschrittene setzen auf die Force, absolute Profis auf die Red. 

Campagnolo-Rennradgruppen finden sich vor allem auf italienischen Modellen und Spezialanfertigungen. Bei unseren getesteten Rädern setzt kein Anbieter auf diesen Hersteller. Im Rennsport kommt vor allem die Super Record zum Einsatz, im Hobby-Bereich für Einsteiger die Veloce und die Centaur. Ambitionierte Fahrer greifen entweder zu Athena, Potenza oder Chorus. 

Wieviel kostet ein gutes Rennrad?

Wer als Einsteiger Spaß mit einem guten Rennrad haben möchte, sollte dafür ein Budget von rund 2.300 bis 3.500 Euro einplanen. In dieser Preisklasse finden sich vereinzelt echte Juwelen, die zum Teil auch mit wesentlich teureren Modellen mithalten können. 

Nach oben hin gibt es so gut wie keine Grenzen. In unserem Roadbike-Test liegt das obere Preislimit bei etwa 13.000 Euro. Wer möchte, kann aber noch deutlich mehr für ein Rennrad ausgeben. Das zahlt sich allerdings wirklich nur dann aus, wenn du Profi-Ambitionen hegst. Ansonsten wirst du den Unterschied zwischen 'sehr gut' und 'ausgezeichnet' kaum bemerken.

Lies auch hier: Die besten Road Bikes für jedes Budget.

Wieviel wiegt ein gutes Rennrad üblicherweise?

Gute Rennräder wiegen so wenig wie irgend möglich und genau so viel wie unbedingt nötig. Spitzenmodelle kommen gerade einmal auf rund sechs bis sieben Kilogramm. Laut UCI-Reglement gilt bei Wettbewerben aktuell ein Mindestgewicht von 6,8 Kilogramm. Doch grundsätzlich lässt sich ein Rennrad auch mit neun Kilogramm im Hobby-Bereich einwandfrei fahren. Da fällt meist die Last des eigenen Körpers wesentlich stärker ins Gewicht und es ist einfacher und günstiger, selbst das eine oder andere Kilo abzuspecken.

Die generelle Faustregel im Hobbybereich lautet: Das Gewicht sollte auf alle Fälle einstellig sein. Darüber hört der Spaß auf. Wir befinden uns schließlich nicht mehr im Jahr 1955 und niemand von uns heißt Louison Bobet. (Zur Info: Der Franzose hat die Tour de France von 1953 bis 1955 drei Mal hintereinander mit einem damals noch wesentlich schwereren Rad gewonnen.)

Die 7 Rennräder im Test.

Für unseren Roadbike-Test haben wir insgesamt sieben Rennräder von sechs unterschiedlichen Herstellern ausgewählt. Dabei handelt es sich um die folgenden Roadbikes (aufsteigend sortiert vom günstigsten bis zum teuersten Modell):

  • Cannondale CAAD13 Disc 105.
  • Cube Agree C:62 SL.
  • Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2.
  • Specialized Tarmac SL6 Comp.
  • Trek Domane SL 7.
  • BMC Roadmachine 01 Four.
  • Specialized S-Works Aethos.

Allein der Anblick solch hochwertiger Roadbikes wirkt ehrfurchtgebietend auf uns. Entsprechend behutsam sind wir auch an unseren Test herangegangen. Was natürlich nicht heißen soll, dass wir die Fahrräder deshalb unnötig geschont haben. 

In der Bewertung haben wir vor allem das Gewicht und die Rennradgruppe berücksichtigt. Wir haben jedoch versucht, uns im Vorfeld nicht allzu sehr mit den technischen Daten zu befassen und diese immer erst nach der Testfahrt betrachtet. 

Wir haben weder das Design noch den Preis als Kriterien in unserem Roadbike-Test herangezogen. Das bedeutet im Klartext: Wir haben das günstige Rennrad nach den gleichen Kriterien beurteilt wie das teuerste Modell. 

Cannondale CAAD13 Disc 105.

Das ideale Rennrad für Einsteiger. 

Das Foto zeigt das Cannondale CAAD13 Disc 105 vor weißem Hintergrund.

Das erste Rad in unserem Roadbike Test ist das Cannondale CAAD13 Disc 105. Der US-amerikanische Hersteller beweist dabei, dass du beim Einstieg in die Rennrad-Welt keine Unsummen investieren musst, um ein Rennrad zu ergattern, dass mit wesentlich teureren Modellen problemlos mithalten kann.

Das zeigt auch der Blick auf die Waage. Mit 9 Kilogramm ist das Cannondale CAAD13 Disc 105 zwar das schwerste Rad in unserem Roadbike-Test, doch der Abstand zu den weitaus teureren Modellen ist um einiges geringer, als man vermuten würde. 

Wie der Name des Rennrades bereits erahnen lässt, kommt als Rennradgruppe die Shimano 105 zum Einsatz. Zugegeben, dabei handelt es sich mit Sicherheit nicht um das Nonplusultra, doch für Einsteiger ist der Unterschied zur Ultegra ohnehin kaum erkennbar. Auf unserer Teststrecke lassen sich die Gänge nach Belieben rauf und runter schalten und auch die Hindernisbremsung gelingt ohne Probleme.

In unserem Test hatten wir eine Beschleunigungsgerade im Einsatz, anhand derer wir getestet haben, wie sich das jeweilige Rennrad in Sprintsituationen verhält. Dabei versuchen wir in möglichst kurzer Zeit maximale Fahrt aufzunehmen und das Rennrad innerhalb von wenigen Sekunden an sein Limit zu bringen. Hier macht sich der Aluminiumrahmen und das Gewicht sicher ein wenig bemerkbar, doch als Hobbyfahrer kommt man ohnehin kaum in die Verlegenheit eines Zielsprints, bei dem es auf solche Nuancen ankommt. 

Auch wenn wir das schöne Design nicht in die Bewertung einfließen lassen, so sei es der Vollständigkeit halber an dieser Stelle dennoch erwähnt. 

Pro. Contra.
Gutes Bike zum günstigen Einstiegspreis. Geringfügige Schwächen im Extrembereich (zum Beispiel beim Beschleunigen).
Alle Komponenten der Shimano 105 sind perfekt aufeinander abgestimmt.  
Gangwechsel funktioniert rauf und runter sehr leichtgängig.  
Schickes Design.  

Bewertung-6-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 6 von 10 Punkte.

Das Cannondale CAAD13 Disc 105 gibts hier zum besten Preis:

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Cube Agree C:62 SL.

Die bayerische Kampfmaschine.

Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 SL Road Bike vor weißem Hintergrund.

Als nächstes Bike nehmen wir uns das Agree C:62 SL des bayerischen Herstellers Cube vor. Zwischen dem zuvor getesteten Cannondale und diesem Bike besteht ein Preisunterschied von rund 1.000 Euro. Und der macht sich auch direkt beim Gewicht bemerkbar. Das Cube Agree C:62 SL bringt gerade einmal 8,3 Kilogramm auf die Waage - also ein Gewichtsunterschied zum CAAD13 in Höhe mehrerer saftiger Rib-Eye-Steaks, die jedoch leider nicht im Lieferumfang inbegriffen sind. 

Verantwortlich für diesen Unterschied ist vor allem der Carbon-Rahmen, bei dem uns auch die ehrgeizige Form beeindruckt hat. Man sieht gleich: Dieses Rad will auf die Rennstrecke und sich mit den Besten messen.

Von uns aus darf es das auch gerne. Zum Einsatz kommt beim Cube Agree C:62 SL eine Shimano Ultegra Di2. Selbst wir müssen da sagen: Hut ab! Besser geht's kaum. Klar kann die Dura-Ace sicher noch ein wenig mehr, aber für ein paar ausgedehnte Tagestouren, auf denen es durchaus auch mal ein paar Berge rauf und wieder runter geht, ist die Ultegra wirklich das Optimum.

Die Vorzüge dieser ehrgeizigen Rahmenform zeigen sich im Sprint-Test. Unser sprinterprobter Jens bringt es auf unserer Teststrecke auf eine Zeit von 14,1 Sekunden. Zum Vergleich: Mit dem Cannondale CAAD13 Disc 105 hat er dafür ganze 15,2 Sekunden benötigt. Vielleicht waren seine Beine aber auch noch nicht vollkommen aufgewärmt…

Pro. Contra.
Racing-orientierter Carbon-Rahmen. Wir konnten keine großen Schwachpunkte feststellen.
Die Ultegra Di2 lässt keine Wünsche offen (außer es geht zur Tour de France).  
Gutes Verhalten im Sprint-Test.  
Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.  

Bewertung-8-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 8 von 10 Punkten.

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Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2.

Das Leichtgewicht der Mittelklasse.

Das Foto zeigt das Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2 vor weißem Hintergrund.

Nun steht das X-lite Four Disc Ultegra Di2 vom münsterländischen Hersteller Rose Bikes für unseren Roadbike-Test bereit. Bestätigt sich da, was sich bereits beim Anheben des Rennrades andeutet? Tatsächlich! Das Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2 bringt gerade einmal 7,2 Kilogramm auf die Waage. Das ist ein absoluter Spitzenwert, vor allem in der preislichen Mittelklasse. 

Angesichts der Typenbezeichnung ist die Schaltgruppe selbstverständlich keine Überraschung. Spoiler-Alarm: Wie unser Roadbike-Test zeigen wird, ist die Shimano Ultegra Di2 aktuell wohl bei den meisten Herstellern die erste Wahl. Doch es kommt auch immer auf das Zusammenspiel an. Ausstattung allein macht noch kein gutes Rennrad.  

In unserem Sprinttest lassen sich die Gänge jedenfalls blitzschnell schalten. Das führt dann auch direkt zu einer neuen Bestzeit von 13,4 Sekunden. Unfassbar, welche Unterschiede sich hier beim Sprint auftun.

Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt auch der aerodynamisch konstruierte Carbon-Rahmen. 

Für einen ordentlichen Grip auf den Bergauf-Fahrten sollen die Grand-Prix-5000-Reifen von Continental sorgen. Die konnten uns aber ehrlich gesagt nicht ganz überzeugen. Auch wenn das mitunter Ansichtssache ist, lässt sich hier eventuell noch ein wenig nachbessern. 

Pro. Contra.
Geringes Gesamtgewicht. Reifen könnten mehr Grip bieten.
Ultegra Di2 macht das Schalten zum echten Vergnügen.  
Sehr gute Aerodynamik.  
Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.  

Bewertung-9-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 9 von 10 Punkten.

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Specialized Tarmac SL6 Comp.

Das Rennrad für längere Touren. 

Das Foto zeigt das Specialized Tarmac SL6 Comp vor weißem Hintegrund.

Wohoo! Wir kommen endlich zum ersten unserer zwei kalifornischen Rennräder im Roadbike-Test und sind schon ziemlich gespannt, was der kleine Ami draufhat, der sich preislich ein wenig über den beiden zuvor getesten Modellen bewegt.

Auf das Gewicht schlägt sich der Preisunterschied jedenfalls nicht nieder. Das Specialized Tarmac SL6 Comp bringt exakt genauso viel wie das Cube Agree C:62 SL auf die Testwaage: 8,3 Kilogramm. Ihr erwartet jetzt wahrscheinlich eine SRAM-Rennradgruppe aus amerikanischer Herstellung. Aber Fehlanzeige! Auch hier ist die Shimano Ultegra Di2 verbaut. Mit dem Patriotismus sehen es die Designer hier wohl nicht so eng. Uns macht das jedoch gar nichts aus. Im Gegenteil! 

Laut Specialized wurde die Geometrie des Rahmens auch für weibliche Sportler optimiert. Ein Punkt für Gendergerechtigkeit, aber nicht unbedingt ein Vorteil für unseren Jens im Sprint-Test. Die Zeit ist mit 14,0 Sekunden aber dennoch beachtlich. Lies auch hier unseren ausführlichen Testbericht zum Specialized Tarmac SL6 Comp.

Die Stärken des Specialized Tarmac SL6 Comp entfalten sich aber vor allem auf der langen Strecke. Hier punktet dieses Rennradmodell vor allem mit seinem außergewöhnlichen Fahrkomfort und seiner Wendigkeit. Somit ist es das ideale Roadbike für alle, die keine Racing-Maschine suchen, sondern ein agiles Rennrad, das laufruhig und gut mit schnellen Richtungswechseln klarkommt. 

Zum Schluss aber doch noch ein wenig Gemecker: Haben es die Damen und Herren bei Specialized irgendwie eilig? Die etwas lieblos unter dem Vorbau hängenden Di2-Kabel lassen das fast vermuten. 

Pro. Contra.
Hoher Fahrkomfort. Im Sprint gibt es bessere Rennräder in dieser Preisklasse.
Gute Wendigkeit. Ein paar Schludrigkeiten, wie die Di2-Kabel unter dem Vorbau.
Hochwertige Schaltgruppe (Shimano Ultegra Di2).  
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.  

Bewertung-8-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 8 von 10 Punkten.

Das Specialized Tarmac SL6 Comp gibts hier zum besten Preis:

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Trek Domane SL 7.

Das Rennrad mit dem gewissen Extra im Rahmen.

Das Foto zeigt das Trek Domane SL 7 vor weißem Hintergrund.

Beim nächsten Rennrad in unserem Roadbike-Test machen wir einen deutlichen Preissprung. Das Domane SL 7 des amerikanischen Herstellers Trek ist preislich etwa 2.000 Euro über dem Specialized Tarmac SL6 Comp angesiedelt. Die entscheidende Frage ist, ob sich dieser Preisunterschied auch im Praxistest bemerkbar macht. 

Der Carbon-Rahmen mit seiner stabilen Endurance-Geometrie macht jedenfalls ordentlich was her. Dazu ist auch auf diesem Rennrad eine Shimano Ultegra Di2-Komplettgruppe mit 2x11-Antrieb verbaut. Also ideale Voraussetzungen für eine neue Sprint-Bestzeit, oder etwa nicht?

Nicht, wenn man dabei einen Blick auf die Waage riskiert. Mit 8,8 Kilogramm ist das Trek Domane SL 7 erstaunlicherweise ein Schwergewicht und wir fragen uns, wie dieses Übergewicht zustande kommt. Beim Sprint erreicht Jens überraschenderweise trotzdem eine ansehnliche Zeit und wird von mir nach 14,3 Sekunden abgewunken. 

Trotzdem: Die Stärken dieses Roadbikes liegen sicher nicht im Sprint, sondern auf der langen Strecke. Nach unserer Testrunde haben wir den Eindruck gewonnen, dass es sich dabei um ein äußerst stabiles Rennrad für längere Ausfahrten handelt. Das liegt vor allem auch daran, dass Trek im Jahr 2012 das Rahmendesign neu konzipiert hat. Die sogenannte IsoSpeed-Technologie entkoppelt dabei das Sattelrohr vom Oberrohr und ermöglicht dem Sattelrohr so, die Kräfte der Straße „wegzuschwingen“. 

Ein besonderes Extra fällt uns erst zum Schluss auf: Im Rahmen ist ein Staufach integriert, in dem sich Werkzeug und sonstige Ausrüstung unterbringen lassen. Äußerst praktisch!

Pro. Contra.
Hoher Fahrkomfort dank IsoSpeed. Hohes Gesamtgewicht.
Hochwertige Schaltgruppe (Shimano Ultegra Di2).  
Im Rahmen integriertes Staufach.  
Sitzturm lässt sich wirklich millimetergenau verstellen.  

Bewertung-8-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 8 von 10 Punkten.

Das Trek Domane SL gibts hier zum besten Preis:

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BMC Roadmachine 01 Four.

Der Innovator aus der Schweiz.

Das Foto zeigt das Road Bike BMC Roadmachine 01 Four vor weißem Hintergrund.

Nach drei Rennrädern aus den USA und zwei Modellen aus Deutschland kommt nun endlich ein Schweizer Modell an die Reihe. Ob BMC das Klischee von der Schweizer Präzisionsarbeit wird bestätigen können? Gewichtsmäßig liegt die Roadmachine 01 Four mit gerade mal 7,6 Kilogramm jedenfalls schon einmal im Spitzenfeld. Ja, so lässt es sich arbeiten. 

Was uns bei diesem Rennrad sofort ins Auge sticht, ist der steife und leichte Diamant Rahmen aus Carbon. Die meisten Leser werden an dieser Stelle wohl kaum noch überrascht sein, welche Schaltgruppe beim BMC Roadmachine 01 Four zum Einsatz kommt. Bingo, es ist wieder einmal die Shimano Ultegra Di2. 

Insgesamt also gute Voraussetzungen für Jens, um seine aktuelle Bestzeit zu unterbieten. Und das gelingt ihm auch tatsächlich: Mit 13,2 Sekunden hat er den bisherigen Rekord knapp unterboten. Könnte aber auch daran liegen, dass er kurz zuvor noch Extra-Energie in Form von zwei Leberwurst-Broten getankt hat. Die stehen aber zumindest nicht auf der Dopingliste. Also ist der Rekord offiziell. 

Dass das Bike aber nicht nur schnell, sondern darüber hinaus auch ein echter Allrounder ist, zeigt sich auf der langen Strecke. Was uns dabei beeindruckt, sind vor allem die zahlreichen kleinen Details. Dazu zählt unter anderem die aufgeräumte Zugführung unterhalb des Vorbaus, der integrierte Kettenfänger am Tretlager sowie die D-förmige Sattelstütze, die für guten Komfort während der Fahrt sorgt. 

Hier schaltet sich dann aber auch wieder unser Meckermodus ein. Denn durch die im Rahmen integrierte Klemmung verkantet sich die Sattelstütze sehr schnell und lässt sich dann nur schwer wieder lösen (so viel zu Schweizer Präzisionsarbeit). Keine Tragödie, aber ein kleiner Schwachpunkt nach den vielen Stärken dieses Roadbikes. 

Pro. Contra.
Sehr leichtes Roadbike. Klemmung der Sattelstütze verkantet schnell.
Hochwertige Schaltgruppe (Shimano Ultegra Di2).  
Ausgezeichnete Sprinter-Qualitäten.  
Zahlreiche Details (z. B. die aufgeräumte Zugführung).  

Bewertung-9,5-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 9,5 von 10 Punkten.

Das BMC Roadmachine gibts hier zum besten Preis:

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Specialized S-Works Aethos.

Der unumstrittene Testsieger.

Das Foto zeigt den Testsieger, das Specialized S-Works Aethos, vor weißem Hintegrund.

Wir geben es zu. Während unseres gesamten Roadbike-Tests hatten wir Mühe, unsere Augen auch nur einen Augenblick vom zweiten Rennrad des Herstellers Specialized abzuwenden. Das hat einen einfachen Grund: Wir hatten Angst, dass uns das Bike im Wert eines Kleinwagens gestohlen wird. Doch Spaß beiseite: Preislich spielt dieses Roadbike bei unserem Test in einer eigenen Liga. Wir wollten einfach wissen, ob es tatsächlich einen großen Unterschied zu den wesentlich preisgünstigeren Modellen gibt.

Das Specialized S-Works Aethos gibt es entweder mit einer Shimano Ultegra Di2 oder mit einer SRAM Red. Unser Testbike ist mit der Schaltgruppe von SRAM ausgestattet. Schon allein das ist eine interessante Abwechslung zu den anderen Rädern. 

Der Blick auf Jens zeigte, dass er es kaum erwarten konnte, seinen eigenen Sprint-Rekord zu brechen. Bei einem Gesamtgewicht des Rennrades von nur 6,2 Kilogramm und dem perfekt konstruierten, federleichten Rahmen würde es uns schon fast überraschen, wenn er das nicht schaffen würde. 

Und tatsächlich: Wir stoppen ihn an der Ziellinie mit einer Wahnsinnszeit von 12,5 Sekunden. Das Specialized S-Works Aethos ist so leichträdrig wie kein anderes Rennrad im Test. Ein Rekord für die Ewigkeit! Trotz der Feierstimmung vergessen wir natürlich nicht, nach der Fahrt alle unsere Markierungen zu entfernen, um uns nicht den Unmut der örtlichen Bevölkerung zuzuziehen. 

Seine Stärke zeigt das Rennrad davon abgesehen auch auf ruppigeren Untergründen. Auch wenn der Asphalt schon ein paar Alterserscheinungen aufweist, behält das Specialized S-Works Aethos seine perfekte Laufruhe. Geringes Gewicht geht bei Rennrädern oft zu Lasten der Kurvenstabilität. Deshalb haben wir uns beim Test auch darauf konzentriert, wie sich das Aethos hier verhält. Auch hier offenbaren sich jedoch keine Schwächen: Das Rennrad liegt in der Kurve, als wäre es aus Stahl. 

In den letzten Zügen konnten wir schließlich doch noch eine kleine Schwäche an diesem Rennrad ausmachen: Es gibt keine Möglichkeit zur Montage von Schutzblechen. Damit werden aber wohl die meisten Fahrer sehr gut leben können und auch für uns ist das kein Grund, nicht die volle Punktzahl zu vergeben. Denn wenn nicht für dieses Rennrad, für welches dann? 

Pro. Contra.
Leichtestes Rennrad im Test. Die geringe Anzahl an Anschraubpunkten für Schutzbleche oder Trinkflaschen.
Die SRAM Red übertrifft selbst die Qualität der Shimano Ultegra.    
Bestes Rennrad auf der Sprintstrecke im Test.  
Ausgezeichnetes Kurvenverhalten und hoher Fahrkomfort auf der Langstrecke.  

Bewertung-10-von-10-Punkten
Gesamtergebnis: 10 von 10 Punkten.

Das Specialized S-Works Aethos gibts hier zum besten Preis:

Hier anschauen

Fazit: Unser Testergebnis.

Nach Punkten ergibt sich in unserem Roadbike Test das folgende Ranking:

Für alle, bei denen Geld keine Rolle spielt, können wir im Hinblick auf diese sieben Rennräder eine klare Kaufempfehlung für das Specialized S-Works Aethos aussprechen.

Wer nur etwa halb so viel Geld für sein Rennrad ausgeben und trotzdem allerhöchste Qualität genießen möchte, hat aber sicher auch mit dem BMC Roadmachine 01 Four viel Freude. 

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns vor allem das Rose X-lite Four Disc Ultegra Di2 beeindruckt. Hier bekommen Rennradfans wirklich sehr viel für ihr Geld. 

Und auch, wenn das Cannondale CAAD13 Disc 105 in unserem Roadbike-Test den letzten Platz belegt hat, möchten wir es speziell Einsteigern in die Rennradwelt ans Herz legen. Denn zu dem Preis ist es durchaus schwierig, ein Rennrad zu finden, das in dieser Qualitätsliga mitspielen kann. 

Speziell für Jens hier auch noch das Endergebnis der Sprinttests: