Xplova Noza S Smart Trainer Test. Was kann der Kollege aus Fernost?

Xplova Noza S Smart Trainer Test. Was kann der Kollege aus Fernost?
von Clara Hoffleitner
Aktualisiert am: 14.11.2021
Fotos: The Cycleverse, Xplova, Clara
Ein kostengünstiger Smart-Trainer mit einem großen Namen im Rücken, der den europäischen und amerikanischen Top Marken Konkurrenz machen möchte. Hat er das Zeug dazu? Wir haben ihn getestet.

Der Noza S ist der erste smarte Rollentrainer der taiwanesischen Marke Xplova, einer Tochter des multinationalen Elektronikriesen Acer. Das Unternehmen ist vor allem für seine GPS-Fahrradcomputer bekannt, besonders für den Xplova X5 Evo. Ein GPS-Fahrradcomputer mit integrierter Action-Cam. In UK wir der smarte Trainer übrigens unter der Marke LifeLine verkauft.

Die Fakten.

Preis: 799,00 Euro
Gewicht: 17 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 125 kg
Standmaß: B 85 x H 47 x L56 cm
Max. Leistung): 2.200 Watt
Abweichung der Wattwerte: +/- 2,5 Watt
Max. simulierte Steigung: 18 Prozent

Die Bewertungskriterien.

Preislich spielt der Smart Trainer Xplova Noza S in einer Liga mit dem Wahoo Kickr Core (zum Testbericht). In unserem Test haben wir uns sehr genau angesehen, ob er auch die gleiche Performance wie der Kickr Core bietet.

Zudem haben wir getestet, wie realistisch das Fahrgefühl ist und wie es sich mit der Geräuschentwicklung verhält. Weitere Punkte, die unser Test klärt: Lässt er sich platzsparend verstauen? Wie verhält es sich mit der Messgenauigkeit und wie stabil ist die Konstruktion?

Eine ausführliche Kaufberatung zu smarten Trainern findest du in unserem großen Rollentrainer Test.

Xplova Noza S Smart Trainer. Was ist das Besondere?

Das Foto zeigt den Xplova Noza S Smart Trainer in zwei seitlichen Perspektiven, so dass die stabile Konstruktion erkennbar ist.

Der Xplova Noza S Smart Trainer ist sehr leise, supereinfach einzurichten und steht sicher und stabil. So stabil, dass er selbst für die stärksten (oder sagen wir schwersten) Fahrer unter uns geeignet ist.

Durch sein verstellbares Vorderbein eignet sich der Rollentrainer für eine Vielzahl von Fahrradtypen. Er ist mit Fahrrädern mit 26 Zoll, 27,5 Zoll/650b und 29 Zoll/700c Reifen kompatibel.

Mit Achsadaptern und dem mitgelieferten Schnellspanner wiegt das Gerät 17,7 kg. Das Gewicht und das Fehlen eines Tragegriffs machen ihn zwar etwas unhandlich, aber dafür ist der Xplova einer der leichtesten smarten Trainer auf dem Markt. Zum Vergleich: der Wahoo Kickr Core wiegt 18,4 kg und der Tacx Neo 2T bringt 22,0 kg auf die Waage.

Die Geräuschentwicklung ist ein Aspekt des Trainers, der uns wirklich beeindruckt hat. Bei normalem Training lag der Dezibel-Pegel bei ca. 58 und bei der höchsten Leistung, die wir getreten haben, ging die Lautstärke auf 68 Dezibel. Wenn man bedenkt, dass wir ihn auf einem Holzdielenboden getestet haben der jedes Geräusch verstärkt, ist das beeindruckend.

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Das Set-Up des Noza S.

Das Foto zeigt den aufgebauten Xplova Noza S Smart Trainer mit eingestelltem Rennrad.

Der Xplova Noza S Smart Trainer ist schnell und einfach einzurichten, wobei die Gesamtzeit vom Öffnen der Box bis zur ersten Fahrt mit Zwift etwa 20 Minuten gedauert hat.

Zunächst einmal muss man nur die beiden Ständer befestigen. Das Vorderbein ist durch einen Federstift in der Höhe verstellbar. Das gefällt uns schon mal, denn das bedeutet, dass man Fahrräder verschiedener Typen oder Größen in den smarten Trainer montieren kann.

Die hinteren Beine werden mit einer Bolzenschraube und einer Mutter befestigt, die dann mit dem mitgelieferten Schraubenschlüssel festgezogen werden.

Der Nova S wird mit einer Shimano/SRAM 8-11-fach kompatiblen Freilaufnabe geliefert. Was im Lieferumfang fehlt, ist eine Kassette. Diese musst du zusätzlich zum Kaufpreis mit einkalkulieren.

Das hat nichts mit Knausern zu tun, das ist eher dem Fakt geschuldet, dass der Nova S für Mountainbikes, Rennräder und Gravel Bikes ausgelegt ist. Für jedes dieser Räder ist eine jeweils andere Kassette erforderlich.

Da es sich um einen Smart Trainer handelt, der für mehrere Fahrradtypen geeignet ist, liefert Xplova eine Reihe von Adaptern und Schnellspannern mit.

Wenn der Aufbau des Xplova Noza S erledigt ist, schließt man ihn einfach an und verbindet sich mit der Trainer-App seiner Wahl. Wir haben das mit Zwift gemacht. Die Verbindung via Bluetooth steht nach wenigen Sekunden und man kann sofort loslegen.

Was uns nicht gefällt: Wie bereits erwähnt fehlt ihm ein Tragegriff. Das macht es etwas mühsam, den Xplova Noza S nach dem Training zu verschieben oder zu transportieren. Ein einfacher Griff würde da schon helfen.

Die technische Daten und Leistung.

Das Noza S ist ein Smart-Trainer mit Direktantrieb, d.h. du nimmst das Hinterrad ab und befestigst das Fahrrad direkt mit der Hinterachse am Trainer.

Er kann Steigungen von bis zu 18 Prozent simulieren und bietet eine maximale Leistung von 2.500 Watt bei einer Genauigkeit von +/- 2,5 Prozent. Wir geben gleich zu, dass wir fahrerisch nicht in der Lage sind, diese Wattzahl zu treten um so die Angabe bestätigen zu können. Wir sind uns aber ziemlich sicher dass diese Maximalzahl für die große Mehrheit aller Radsportler mehr als ausreichend sein sollte.

Mit der Xplova Workout-App (für iOS- und Android) lassen sich Firmware-Updates und Spin-Down-Kalibrierungstests einfach und schnell durchführen.

Was uns nicht gefällt ist das Interface der App. Das wirkt schon sehr „roh“. Einige Nutzer beschweren sich über die Spindown Kalibrierung, die manchmal fehlerhaft zu sein scheint.

Die App kann auch für Trainingseinheiten oder zum Replizieren von GPX-Routen verwendet werden, die von Strava oder TrainingPeaks heruntergeladen wurden. Allerdings haben wir durch Gespräche in unserer Community festgestellt, dass die meisten diesen Trainer mit interaktiven Indoor-Cycling-Apps wie Zwift, RGT Cycling oder Rouvy verwenden.

Während der Benutzung ist der Geräuschpegel des Trainers minimal. Xplova gibt 58 Dezibel bei 30 km/h an. In der Realität ist der Smart Trainer aber leiser als der Antrieb des eigenen Fahrrads. Die Lautstärke ist absolut akzeptabel. Hier muss sich der Nova S nicht vor seinen Konkurrenten verstecken. Gleiches gilt auch für das Fahrgefühl, dazu jetzt mehr.

Das Fahrgefühl.

Das Foto zeigt einen Mann im Wohnzimmer der mit dem Xplova Noza S Smart Trainer trainiert.

Am Fahrgefühl des Xplova Noza S Smart Trainer gibt es nichts auszusetzen. Sein 5,9 kg schweres Schwungrad sorgt für eine realistische Simulation sowohl bei Steigungen als auch in der Ebene.

Bei virtuellen Anstiegen auf Zwift spürt man sehr schnell die Steigung in den Pedalen. Wenn man mit Schwung aus der (virtuellen) Ebene in einen Anstieg fährt, fühlt sich das an wie draußen auf der Straße: Die ersten Meter muss man weniger treten, dann erhöht sich der Tretwiderstand des Noza S sehr realistisch.

Gleiches gilt dann logischerweise auch für flaches Gelände: Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, muss man eine höhere Trittfrequenz treten. Auch das simuliert der smarte Trainer von Xplova ziemlich realistisch.

Zum guten Fahrgefühl trägt auch die qualitativ hochwertige Konstruktion des Trainers bei. Er steht auch, wenn man aus dem Sattel steigt, superstabil und verlässlich.

Aufmerksamen Lesern unserer Testberichte wird jetzt vielleicht eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen dem Noza S und dem Wahoo Kickr Core auffallen. Auch wenn die beiden Rollentrainer den gleichen UVP von 799,99 Euro haben, unterscheiden sich ihre technischen Daten deutlich voneinander. Ihre „inneren Werte“ sind also nicht identisch. Und auf die kommt es am Ende ja an :-)

Die maximale simulierte Steigung des Noza S von 18 Prozent und das Schwungradgewicht von 5,9 kg sind beispielsweise auf dem Papier besser als beim Kickr Core. Der Noza S überträgt jedoch keine Trittfrequenzdaten, und die angegebene Leistungsgenauigkeit von +/- 2,5 Prozent ist bei Weitem nicht so genau wie die des Kickr Core.

Die Leistungsgenauigkeit ist die große Schwäche des Kollegen aus Fernost, hier liegt der Xplova Noza S hinter dem Wahoo Kickr Core.

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Die Messgenauigkeit.

Wir haben den Noza S einige Wochen getestet und die Daten mit einem Dura-Ace Powermeter verglichen. Wie bereits erwähnt, liegt die von Xplova angegebene Genauigkeit bei 2,5 Prozent. Bei moderater und gleichmäßiger Leistung liegt sie auch in diesem Bereich. Bedeutet, kontinuierliche Belastungen von ca. 250 Watt werden gut gemessen. Bei kurzen Sprints, meldete der Noza S jedoch eine höhere Leistung.

Einer der Hauptnutzen von Smart Trainern besteht darin, die zurückgelegten Kilometer nicht nur bei konstanter Leistung, sondern auch bei wechselnder Anstrengung zu messen. Die Messgenauigkeit in diesem speziellen Bereich, ist das was man am meisten braucht oder besser gesagt möchte.

Bei sehr großen Belastungsspitzen, wenn die Anstrengung durch einen Sprint oder einem steilen Anstieg plötzlich zunimmt, ist die Leistungsmessung des Noza S weniger genau. Bei einem Anstieg zeigte der Trainer beispielsweise eine um 24 Prozent höhere Leistung als das SRM an. Das ist ein Problem das Xplova durch ein Firmware-Update sicher bald ausmerzen wird.

Unser Fazit.

Xplovas Smarttrainer Noza S ist in vielerlei Hinsicht beeindruckend: Er ist einfach und leicht zu bedienen. Er bietet ein sehr gutes Fahrgefühl und ist preislich konkurrenzfähig. Die Leistungsmessung könnte bei hohen Belastungen genauer sein, aber im Großen und Ganzen stimmte sie mit unseren Leistungsmessern überein.

Wenn du bereits einen zuverlässigen Leistungsmesser an deinem Bike besitzt, kannst du das Problem umgehen, indem du dieses Gerät anstelle des internen Leistungsmessers des Trainers mit Apps wie Zwift verbindest.

Aber wenn das Hauptverkaufsargument eines Smart Trainers der eingebaute Leistungsmesser ist, sollte man sich eigentlich keinen externen dazu kaufen müssen.

Ist der Xplova Noza S empfehlenswert?

Mit einem Preis von 799,00 Euro liegt der Noza S im unteren Bereich der Smart-Trainer mit Direktantrieb. Viele seiner Konkurrenten kosten rund einen Tausender mehr, es gibt aber auch andere, die weniger kosten.

Im direkten Noza S VS Wahoo Kickr Core Vergleich würden wir uns für das Wahoo Core entscheiden. Einfach, weil man hier für das gleiche Geld mehr bekommt.

Pro Contra
Gutes Fahrgefühl. Ungenaue Leistungsmessung bei Sprints und harten Antritten.
Sehr leise. Keine Trittfrequenzdaten.
Hochwertig und stabil. Kein Tragegriff.
Leicht zu bedienen. Lässt sich nicht zusammenklappen.

Auf der Bewertungsskala sind 8 von 10 möglichen Punkten aktiviert.
Unsere Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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