Die besten Trekkingräder für 1000 Euro.

Die besten Trekkingräder für 1000 Euro.
von Martin
23.2.2021
The Cycleverse
Trekkingräder sind echte Alleskönner: Sie eignen sich als Alltagsrad, können für kurze sportliche Touren ebenso genutzt werden wie für lange ausgiebige Ausflüge oder sogar Radreisen. Wie gut sind die Modelle um 1.000 Euro? Wir haben viele Trekkingräder getestet und stellen dir hier die besten Räder vor.

Bei den vielen Fahrradarten ist es für Laien nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Neben Mountainbikes und Crossbikes ist in letzter Zeit immer öfter von sogenannten Trekkingrädern zu hören und zu lesen. Doch handelt es sich dabei nur um alten Wein in neuen Schläuchen oder ist das Trekkingrad tatsächlich eine völlig neue Erfindung?

Wir verraten dir, was es mit den Trekkingrädern auf sich hat und wie du mit einem Budget von nur 1000 Euro das passende Fahrrad in dieser Kategorie finden kannst.

Was ist ein Trekkingbike?

Ein Trekkingbike oder Trekkingrad ist oftmals auch unter der Abkürzung „ATB“ zu finden. Diese steht für „All Terrain Bike“ und soll ausdrücken, dass es sich dabei um ein Fahrrad handelt, das auf allen Untergründen gleichermaßen gut zurechtkommt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Am besten ist das Trekkingrad nämlich für Straßen und leichtes Gelände wie Waldwege oder Schotter geeignet.

In der Regel handelt es sich dabei um ein Fahrrad mit voller Straßenausstattung. Gepäckträger, Schutzbleche und eine Lichtanlage gehören also zum Standardrepertoire. Meistens kommt dabei 28-Zoll-Bereifung zum Einsatz. Beim Getriebe finden sich bei den unterschiedlichen Modellen sowohl Ketten- als auch Nabenschaltungen.

Trekking ist eine verbreitete Bezeichnung für längere Wanderungen. Für diesen Zweck ist also auch das Trekkingbike ausgelegt. Auf dem Gepäckträger lassen sich links und rechts sehr einfach Transporttaschen für einen mehrtägigen Ausflug montieren. Ein Trekkingbike ist beispielsweise die ideale Wahl, wenn du gerne einmal den Donauradweg von Passau bis nach Budapest fahren möchtest.

Was ist dabei der Unterschied zum Mountainbike und zum Crossbike?

Während das Trekkingrad grundsätzlich auf dem Asphalt zuhause ist, kannst du mit dem Mountainbike locker auch schwierigeres Gelände bewältigen. Die Reifen beim Mountainbike sind deshalb auch etwas dicker. Für lange Touren ist es deshalb weniger gut geeignet als das Trekkingbike.

Hinsichtlich Sitzposition und Rahmen kannst du das Crossbike durchaus mit einem Trekkingrad vergleichen. Der Unterschied besteht meistens in der StVZO-gemäßen Ausstattung des Trekkingrades. Oder anders ausgedrückt: Du kannst dir aus dem Crossbike mit der richtigen Ausstattung auch ein Trekkingrad basteln, aber wer will das schon, wenn ohnehin fertige Trekkingräder unter 1000 € am Markt erhältlich sind?

Hier kannst du tausende Fahrräder miteinander vergleichen:

Fahrradvergleich

Wie viel kostet ein gutes Trekkingrad?

Ein gutes Trekkingrad bekommst du selbstverständlich nicht geschenkt. Bei Discountern oder in Baumärkten werden zwar Modelle ab bereits 250 bis 300 Euro angeboten, doch dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Ramschware. Wenn du täglich nur zum Bäcker Brötchen holen fahren möchtest, dann kannst du dir so ein Trekkingrad kaufen. Für eine mehrtägige Reise sind sie hingegen kaum geeignet.

Die gute Nachricht ist aber, dass gute Trekkingräder bereits in einer Preisklasse von etwa 1000 Euro erhältlich sind. Du brauchst also kein Vermögen dafür auszugeben.

Auf welche Kriterien kommt es bei einem Trekkingrad an?

Wenn du dir ein Trekkingrad kaufen möchtest, gibt es ein paar Kriterien, die du dabei beachten solltest. Einige Modelle sind eher für sportliche Fahrer ausgelegt, während bei anderen der Komfort im Vordergrund steht. Da das Trekkingrad meistens für eine mehrtägige Ausfahrt benötigt wird, sollte die Entscheidung eher zu Gunsten des Komforts ausfallen.

Zusätzlich solltest du auf folgende Ausstattungsmerkmale achten. Je nachdem, was du mit dem Fahrrad vorhast, ergeben sich daraus unterschiedliche Vor- und Nachteile:

  • Ketten- oder Nabenschaltung?
  • Federung oder Starrgabel?
  • Scheibenbremse oder V-Brake?
  • Dicke oder dünne Reifen?
  • Gewicht

Unsere Auswahlkriterien für den Trekkingrad Test.

Anders als bei anderen Tests möchten wir uns hier nicht so sehr auf die einzelnen Komponenten versteifen und geben deshalb lieber eine allgemeine Bewertung der Fahrradqualität ab. Die entscheidenden Kriterien waren für uns einerseits das Gewicht des Trekkingrades und andererseits die Qualität der einzelnen Komponenten.

Im Verhältnis zum jeweiligen Preis hat sich daraus für uns die Gesamtbewertung ergeben. 

Die Top 3 Trekkingräder für 1000 Euro.

Trekkingrad #1: KTM VALENCIA STREET 30.

Das KTM Valencia Street 30 in den zwei unterschiedlichen Rahmenausführungen vor weißem Hintergrund.

Wenn es um gute Trekkingräder unter 1000 Euro geht, darf der österreichische Hersteller KTM nicht fehlen. Das Valencia gehört in dieser Kategorie ja schon fast zu den Evergreens und das vollkommen zurecht. Für viele Ausflügler gilt: Einmal KTM, immer KTM und wir können das voll verstehen, nachdem wir mit diesem Trekkingrad unterwegs waren.

Qualität der Komponenten: Die Shimano Kettenschaltung mit XT-Schaltwerk und Deore-Komponenten sorgt für eine flüssige Schaltung auf der Reise. Dazu gibt es auch noch eine hydraulische Scheibenbremse und eine Federgabel mit Lockout, um störende Unebenheiten auszugleichen. Besonders fasziniert haben uns aber die bequemen Griffe. Es sind oftmals die Kleinigkeiten, die Eindruck schinden können.

Pro-Tipp: KTM bietet das Trekkingrad für Damen zusätzlich auch mit Tiefeinsteigerrahmen an. 

Gewicht: Auf unserer Waage kommt das Valencia auf knapp 15,5 Kilogramm. Das ist für ein Trekkingrad voll ok. Eine Diät ist nicht erforderlich. Liebes Valencia, wir haben heute ein Foto für dich!

Pro Contra
30 Gänge Shimano Kettenschaltung Gewicht ist okay, aber nicht optimal
Hydraulische Scheibenbremsen  
Bequeme Griffe  

Testergebnis: Testskala zeigt 9 erreichte von 10 möglichen Punkten
Gesamtbewertung: 9 von 10 Punkte

Trekkingrad #2: Rabeneick TS4 Deore Herren 2020.

Das Rabeneick TS4 Deore Herren vor weißem Hintergrund.

Qualität, wie man sie von Herstellern aus Deutschland gewohnt ist, findet man beim TS4 von Rabeneick. Das Motto „Weniger ist mehr“ ist auch bei den Trekkingrädern der Traditionsmarke aus Oldenburg, die bereits seit fast 100 Jahren Fahrräder herstellt, die auch schon bei der Tour de France am Start waren, klar ersichtlich.

Erstaunt hat uns dabei aber vor allem der Preis. Denn das Kriterium „Trekkingräder unter 1000 Euro“ erfüllt dieses Modell mit einem Preis von aktuell 799 Euro deutlich.

Qualität der Komponenten: Die Schaltung gibt dem Trekkingrad ihren Namen. Mit der Übersetzung und den insgesamt 27 Gängen haben wir jedenfalls steile Anstiege genauso gut bewältigt wie rasante Tempopassagen. Auch das Rabeneick ist mit einer hydraulischen Scheibenbremsanlage verbaut.

Wer Angst hat, dass der Dynamo nicht ausreichend Licht für eine gute Sicht entwickelt, der irrt. Auf unserem Nachtausflug konnten wir den Gesichtsausdruck jeder einzelnen Mücke auf eine Entfernung von 100 Metern erkennen.

Gewicht: Das TS4 dürfte wohl ganz schön trainiert haben in den letzten Monaten. Es kommt mit einem Kampfgewicht von nur 14,4 Kilogramm daher. Ein Kilogramm mehr oder weniger kann auf einer Reise von 1.000 Kilometer schon einen entscheidenden Unterschied machen.

Pro Contra
Die 27 Gänge von Shimano Etwas langweiliges Design (das ist aber Geschmackssache)
Überraschend tolle Lichtanlage mit Dynamo  
Scheibenbremsen  
Geringes Gewicht für ein Trekkingrad  

Abbildung zeigt 9,5 aktivierte Punkte auf einer 10 Punkte Skala
Gesamtbewertung: 9,5 von 10 Punkte

Trekkingrad #3: Kalkhoff ENDEAVOUR 30 Herren 2020.

Das Kalkhoff ENDEAVOUR 30 Herren vor weißem Hintergrund

Auch die Designer und Konstrukteure von Kalkhoff hatten bei diesem Fahrrad wohl den Auftrag „bestes Trekkingrad für 1000 Euro“. Bei der Preisgestaltung wurde das Ziel jedenfalls erreicht. Doch was bekommen wird dafür genau?

Qualität der Komponenten: Wie bei den beiden Mitbewerbern sorgt auch bei diesem Trekkingrad hochwertige Technik aus dem Hause Shimano für die Schaltung. Zum Einsatz kommt ein XT 10-fach Schaltwerk und eine Deore Kurbelgarnitur mit insgesamt 30 Gängen.

Scheibenbremsen gehören in der Klasse „Trekkingräder unter 1000 €“ scheinbar ebenfalls zum Standard, denn auch das Endeavour 30 ist damit ausgestattet. Wie man es von den Cloppenburgern gewöhnt ist, ist das Fahrrad darüber hinaus auch noch bestens verarbeitet.

Gewicht: Mit 16 Kilogramm ist das Gewicht gerade noch akzeptabel. Mal sehen, wo sich vielleicht im Gepäck noch etwas einsparen lässt.

Pro Contra
30 Gänge Shimano Kettenschaltung Etwas hohes Gewicht
Hydraulische Scheibenbremsen  
Perfekte Verarbeitung  

Abbildung zeigt 8,5 aktivierte Punkte auf einer 10 Punkte Skala
Gesamtbewertung: 8,5 von 10 Punkte

Fazit. Unser Gewinner.

Grafik zeigt das Kalkhoff ENDEAVOUR 30 Herren, das Rabeneick TS4 Deore Herren und das KTM VALENCIA STREET 30 im direkten tabellarischen Vergleich.

Das Siegel „Bestes Trekkingrad für 1000 Euro“ zu vergeben ist gar nicht mal so einfach. Letztlich kommt es auf den genauen Einsatzzweck an. Grundsätzlich könnten wir uns mit allen drei der hier vorgestellten Trekkingräder vorstellen, eine längere Ausfahrt von ein paar Tagen zu unternehmen.

Müssten wir uns für eines der drei Trekkingräder entscheiden, würde die Wahl allerdings auf das Rabeneick TS4 fallen – trotz des langweiligen Designs, denn darauf kommt es bei einem Trekkingrad echt nicht an.

Manchmal ist es auch nur ein Gefühl, doch auf diesem Fahrrad haben wir uns sofort wohlgefühlt und auch nach einer längeren Tour haben wir weder am Bike noch an uns irgendwelche Abnutzungserscheinungen feststellen können.

Falls du dich zwischen unseren top 3 Favoriten nicht entscheiden kannst, vergleiche hier alle Ausstattungen und Komponenten der drei Trekkingräder unter 1.000 Euro miteinander:

Unsere top 3 Räder im Vergleich