Abnehmbarer Fahrradständer „klicta“ im Test. Wie stabil ist die Fahrradinnovation?

Abnehmbarer Fahrradständer „klicta“ im Test. Wie stabil ist die Fahrradinnovation?
von Christian
Aktualisiert am: 17.10.2021
Fotos: The Cycleverse, klicta
Der erste nachhaltige, innovative und vor allem mobile Fahrrad Seitenständer „Made in Germany“ erobert die Herzen europäischer Radfahrer im Sturm. Jeder, der mit Rennrad, Cyclocross, Gravel, Fixie, … oder anderen Rädern unterwegs ist, kennt das Problem: „Wie parke ich mein Bike, wenn es keinen Fahrradständer hat?“ Wir haben uns klicta genauer angeschaut und erzählen euch, warum wir so begeistert vom Produkt sind.

Die Zahl der Radfahrer in Deutschland steigt seit Jahren stetig an. Nicht nur für die Strecke ins Büro oder zum Restaurant um die Ecke, sondern auch als Sportgerät gewinnt das Fahrrad immer mehr an Bedeutung. Um in der Profi- und Semiprofi-Szene Gewicht zu sparen, hat allerdings kaum jemand einen Fahrradständer an seinem Drahtesel montiert. Außerdem sind die teuren Zweiräder auch optisch mit dauerhaft montiertem Ständer nur noch halb so schön. Der klassische Fahrradständer zum Abstellen ist demnach ein „No-go“ und klicta schafft hier Abhilfe.

Was ist der klicta?

Das Foto zeigt ein rotes Fixie auf dem gerade ein klicta Fahrrad Ständer angebracht wird.
Der klicta lässt sich spielend leicht an der Kettenstrebe anbringen.

Kurz: ein abnehmbarer Fahrrad Seitenständer der die die Optik und das Gewicht deines Fahrrads nicht versaut.

Im März 2021 zunächst bei Kickstarter (Crowdfunding) gestartet, steht der „Taschenparkplatz“ heute für entspanntes Pausieren und Verweilen auch für diejenigen, die keinen dauerhaften Fahrradständer an ihr Rad montieren wollen.

Auf das Wesentliche heruntergebrochen ist klicta somit ein Fahrrad Ständer, der an so gut wie jedes Sportrad passt und nach Belieben mit nur einem Klick montiert und in Sekundenschnelle wieder abgenommen werden kann.

„One fits most“ lautet die Devise hinter dem Produkt. Denn bei der Ausarbeitung der Idee hat man bewusst darauf geachtet, dass sich klicta für fast alle Rahmen- und Fahrradgrößen im Sportsegment eignet. Mit nur rund 60g ist das Accessoire  zudem ein echtes Leichtgewicht.

Die Fakten.

klicta Seiten Fahrradständer.
Abmessungen: Oberes Teil = 19cm
Unteres Teil = 17cm
Zusammen = 33cm
Belastung: Max. 25 kg
Passend für: Alle 26 Zoll bis 29 Zoll-Räder (keine E-Bikes).
Passt auf Kettenstreben mit Rahmendicke: Bis zu 2 x 1,5 cm.
Mechanik: Wartungsfreier Klick-Mechanismus.
Material: Biologisch abbaubarer PLA-Kunststoff.
Gewicht: 60 Gramm
UVP: 39,00 Euro

Wie wird der klicta Seitenständer hergestellt?

Nachhaltigkeit wird bei der Produktion des klicta Fahrrad Seitenständer GROSS geschrieben. Um Ressourcen zu schonen und Abfallprodukte zu minimieren, wird der Ständer im 3D-Druckverfahren produziert. Als Material kommt das in industriellen Kompostieranlagen biologisch abbaubare „PLA“ zum Einsatz, welches aus Wasser, Maisstärke und Milchsäure besteht.

Das Team aus dem Süden Deutschlands achtet zudem auf nachhaltige Materialien bei Verpackungen und dem Versand, sowie Regionalität. Das finden wir natürlich super!

Welche Fahrräder eignen sich für den klicta?

klicta eignet sich für alle handelsüblichen Rennräder, Cyclocrosser, Gravel, Fixies und Co. An einer Mountain-Bike-Variante tüfteln die Erfinder momentan. Vom Rahmen bis zum Boden dürfen es max. 31cm sein. Die Rahmendicke sollte idealer Weise nicht mehr als 2 cm x 1,5 cm betragen. Wichtiger Hinweis: Diese Maße decken sich mit so gut wie allen gängigen Sporträdern, denn das war ja die Idee hinter dem Produkt. Außerdem sind im optimalen Fall an der gewählten Stelle zur Anbringung keine Seilzüge oder Bremsschläuche befestigt. Würde trotzdem funktionieren, macht aber mehr Spaß ohne „Blocker“.

Wie nutze ich den abnehmbaren klicta richtig?

Der superleichte „Taschenparkplatz“ lässt sich in zwei Einzelteile zerlegen und so in jedem Fahrrad-Trikot oder Rucksack verstauen. Durch den mitgelieferten Klettverschluss wird sichergestellt, dass die beiden Teile nicht verloren gehen. Die Fan-Gemeinde hat sogar schon Lösungen gebastelt, bei der klicta in einer kleinen Tasche am Rad verstaut wird.

Sobald du mit deinem Rad eine Pause einlegen möchtest, gehst du wie folgt vor:

Das Multipicture Bild zeigt die einzelnen Schritte bei der Verwendung des klicta Ständer für das Fahrrad.

1. klicta auspacken.

Die beiden klicta-Teile aus dem Rucksack, dem Trikot, der Tasche hervorholen.

2. klicta in der Mitte zusammenstecken.

Beide Teile des Ständers ineinander drücken.

3. Am Rahmen einhaken.

Das in Summe ca. 31 cm lange Standbein für unterwegs am Rahmen des Hinterrades einhaken.

Pro-Tipp: Von hinten nach vorne am Rahmen bis zu dem Punkt entlangfahren, an dem der Rahmen dick genug ist, um den klicta zu halten, oder bis sich der klicta zwischen Rahmen und Reifen einklemmen lässt. Dann den Standfuß mit den Riffeln nach unten drücken und das Rad gegenlehnen. Alle umstehenden Radfahrer und Radfahrerinnen mit liegenden Drahteseln beeindrucken!

Radfreunde, die gerne eine Pause während langer Touren machen möchten und ihr Rennrad z.B. im Biergarten lieber direkt am Tisch anstatt weit weg parken, oder im Keller/Wohnzimmer/… keinen Fahrradständer zum Anlehnen finden, werden ähnlich viel Freude mit dem handlichen Helfer haben wie wir.

Die Community hinter dem Produkt wächst zudem rasant weiter und mittlerweile entdecken neben „normalen Radlern“ auch immer mehr Produkt- und Hobby-Fotografen die Vorteile der Innovation für sich. Scheinbar völlig von allein stehende Räder im Sonnenlicht sind in den sozialen Medien ein echter Hingucker. Ein netter Nebeneffekt zum eigentlichen Parkkomfort.

Hier kannst du den klicta Fahrradständer kaufen:

Wie verhält sich der mobile Fahrradständer im Praxis-Test?

Das Foto zeigt ein Retrorennrad und ein modernes Gravel Bike stehend auf einem Feldweg. Beide stehen stabil und werden vom klicta gehalten.
Ob traditionelle oder moderne Rahmengeometrie. Der klicta funktioniert auf den meisten Bikes.

Anfangs waren wir zugegebenermaßen etwas skeptisch. Der Rennradler, der seine 100 km am Wochenende abarbeitet, hat für gewöhnlich doch eh keine Zeit zum Verweilen und Parken – oder etwa doch? Natürlich hat er Zeit, man muss ja Kuchenpausen machen.

Die zwei maßgefertigten PLA-Komponenten machen direkt beim Öffnen des Pakets einen sehr stabilen Eindruck. Selbst mit großer Kraft lassen sich die Teile nicht zerbrechen. Ineinandergesteckt sieht es etwas anders aus. Hier ist die Verbindungsnase zwischen den Teilen zwar auch sehr fest, allerdings könnte man mit Gewalt wohl einen Bruch verursachen.

Weiter geht es mit der Anbringung. Auf den ersten Blick ist mir nicht ganz klar, wo der klicta hin muss. Die Anleitung verrät: Es gibt mehrere Möglichkeiten und es kommt darauf an, wie dick der Rahmen meines Rades ist. In meinem Fall ist der Rahmen ziemlich dünn. Ich schiebe den klicta also am Rohr des Rahmens in Richtung Tretlager, bis die oberen Nase den Reifen und den Rahmen gleichzeitig berührt.

Jetzt wird’s interessant: Ich drücke den Ständer aus der horizontalen in eine senkrechte Position. Das Gummi des Reifens gibt ein wenig nach und der Ständer fängt an den Boden zu berühren. Die Nase ist noch immer fest eingeklemmt. Ich merke, wie sich das Gewicht des Rades, welches ich bis eben noch in der anderen Hand gehalten habe, auf den Ständer umverteilt. Es wackelt ein wenig. Ich schubse leicht und traue dem Braten noch nicht ganz, aber das Rad bleibt stehen!

„Übung macht den Meister“, denke ich und nehme den Ständer nochmal auf dem gleichen Weg ab, auf dem er auch ans Rad gekommen ist. Beim zweiten Anlauf fällt es mir schon viel leichter abzuschätzen, wo der Ständer dem Rad am meisten Halt verleiht und wie sich klicta und mein Hobel am besten ergänzen. Einklemmen, runterdrücken, abstellen, loslassen – funktioniert! Auch dem Rütteln und Zerren hält das Rad jetzt noch besser stand. Besonders von hinten verleiht der Ständer meinem Rad erstaunlich guten Halt. Das reicht locker fürs Parken zwischendurch und darüber hinaus.

Der Ständer erfasst die Beschaffenheit des Rahmens durch verschiedene Nasen und Wölbungen so gut, dass auch der Test an meinem zweiten Bike erfolgreich ist. Diesmal kein klassisches Rennrad, sondern ein altes Herrenrad mit „Sport-Charakter“ aus den 80’ern, das ich in der Stadt nutze.

Letzter Test - Zusätzliche Belastung durch Schloss und Rucksack. Denn gerade, wenn ich Pausen beim Fahren mache, möchte ich vielleicht auch mal ein Schloss oder meinen Rucksack abstellen. Kann klicta das Gewicht inklusive Rad halten? Die Antwort – erst Nein, dann Ja!

Der Rucksack ist an diesem Tag recht schwer. Ich habe mehrere Flaschen Wasser dabei und in diesem Moment, in dem ich den Rucksack an den Lenker hänge, kippt das Rad um. Der Ständer wäre vom Material zwar locker in der Lage beides auszuhalten, aber die plötzliche Umverteilung des Gewichtes hatte ich beim Anbringen des Ständers ja noch nicht berücksichtigt. Somit stimmt der Winkel nicht mehr exakt – meiner Meinung nach verkraftbar, wenn ich dafür keinen festen Ständer montieren muss.

Und wer seinen Rucksack trotzdem ans Rad hängen möchte, der macht das einfach vorher und bringt klicta danach an. Dann stehen Rad, Rucksack und Taschenparkplatz wie „ne 1“.

klicta Fahrradständer Test. Unser Fazit.

klicta bietet alles, was ein herkömmlicher Fahrradständer auch hat, aber eben noch ein gutes Stück mehr!

Wer sich den Traum vom Rennrad mit Fahrradständer schon lange erfüllen wollte: Jetzt ist es soweit! Das Produkt bietet Innovationsliebhabern und „Early Movern“ die Möglichkeit das eigene Rad auf völlig neue Art und Weise zu parken. Stylisch und einfach. Stabil und sicher.

Schäden an Lack oder Sattel gehören somit der Vergangenheit an, das Fahrrad kann dort geparkt werden, wo man möchte und cool aussehen tut es allemal. Außerdem macht die Nutzung tatsächlich großen Spaß. Das Anbringen wird von Mal zu Mal einfacher und man entwickelt einen gewissen Schwung, der das Rad in wenigen Sekunden stehen lässt.

Außerdem ist es mal wieder ein erfrischend neues Produkt in der Fahrradszene, das in den kommenden Jahren mit Sicherheit seinen Weg in zahlreiche Shops, Fahrradtreffs und unter viele Geschenkbäume finden wird.

Lohnt sich der Kauf und ist der Preis für klicta gerechtfertigt?

Mit seinen 39,00 Euro ist der Fahrradständer auf jeden Fall im Mittelfeld für Fahrradzubehör einzuordnen. Wir befinden uns also im klassischen Geschenke- und Zubehörsegment. Da das Produkt ein gängiges Problem von einer Vielzahl an Radlern, für das es aber so noch keine Lösung gab, löst, sind wir der Meinung, dass sich eine Anschaffung auf jeden Fall lohnt! Egal, ob man auf der Suche nach einem besonderen und nachhaltigen Geschenk ist oder ob man sich selbst von der breiten Radfahrermasse beim Parken seines Gefährts abheben möchte: klicta ist besonders und macht einfach Spaß!

Den Preis finden wir gerechtfertigt, da Produktion und Vertrieb ganz im Zeichen von Regionalität und Nachhaltigkeit stehen. Von uns somit eine klare Kaufempfehlung – viel Freude damit!

Hier kannst du den klicta Fahrradständer kaufen:

Pro Contra
Nachhaltige Produktion und Materialien  Unterschiede bei der Standfestigkeit des Rades je nach Modell und Untergrund
Innovatives Produkt mit „Hingucker“-Faktor Verstauung in Trikot oder Rucksack nötig, da keine Tasche mitgeliefert wird
Eignet sich für viele Räder und passt sich dem jeweiligen Rahmen an  
Leicht verstaubar und einfach in der Bedienung  

Welche Alternativen zu klicta gibt es am Markt?

Die Antwort darauf ist schnell gegeben: Keine. Das mag jetzt etwas drastisch klingen, aber in dieser Form existiert bisher kein vergleichbares Produkt. Entweder handelt es sich um übliche Fahrradständer, die montiert werden müssen, oder um gewöhnungsbedürftige Eisenstangen, die auf die Kurbel einwirken und Schäden am Rad verursachen können. Kann man beides nutzen, ist dann aber eben weder modern noch nachhaltig.

Bei unserer Recherche sind wir zudem auf Metallgestänge gestoßen, die beim Parken am Pedal verankert sind. Auch das scheint zu funktionieren, allerdings spricht uns das Design von klicta deutlich mehr an.

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