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Cube Agree C:62 Test. Wie schnell und sportlich ist das Endurance Bike wirklich?

Cube Agree C:62 Test. Wie schnell und sportlich ist das Endurance Bike wirklich?
von Tom Böhm, Christian
Aktualisiert am: 4.12.2023
Fotos: The Cycleverse, Cube, Tom Böhm
Cube Rennräder sind bekannt für ihr exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch was genau macht das Cube Agree C:62 des deutschen Unternehmens darüber hinaus noch so besonders? Was unterscheidet die einzelnen Modelle der Serie und für wen eignet sich das Road Bike? Unser Praxistest liefert Antworten.

Das Agree gibt es als Modellreihe schon seit ein paar Jahren. Weil es Cube gelungen ist, das Rad immer wieder zu verbessern, hat es sich eine große Fangemeinde erarbeitet. Grund genug für uns, das Cube Agree C:62 in der Praxis zu testen. Des Weiteren stellen wir dir hier alle weiteren Modelle der Serie vor und erklären die Unterschiede. Los gehts.

Cube Rennrad. Eine kurze Übersicht.

Fahrradkategorien sind wie Elektronik-Gadgets. Verwirrend. Angetrieben durch eine unglaubliche Entwicklungsfreudigkeit der Hersteller gibt es eine ebenso unglaubliche Fülle an Bezeichnungen, Unterscheidungen und letztendlich auch Auswahlmöglichkeiten.

Hatte man in den 80er/90er-Jahren gerade mal einen Fernseher, ein Autoradio und ein paar Haushaltsgeräte an Elektronik im Haus, sind es heute zig Smartphones, Laptops, Smart-TVs, Fitnesstracker, Ear-Pods, GPS-Navis und weiß der Kuckuck, was noch alles. Kaum ein Lebensbereich, für den es nicht eigene Gimmicks gibt.

Genau so verhält es sich seit einigen Jahren auch bei den Rennrädern. Wollte man sich zur „Röhrenfernseher-Zeit“ ein Fahrrad zulegen, hatte man gerade mal die Auswahl zwischen MTBs und Citybikes, für Sportfreaks gab es auch noch eine gewisse Auswahl an Rennrädern.

Heute verhält sich das etwas anders: Will man ein Rennrad oder moderner ein Road Bike kaufen, sollte man vorab schon wissen, ob es ein Comfort, Endurance, UCI-Compliant, Climbing, Aero, Race, Marathon oder Triathlon Bike sein soll. Diese Liste lässt sich je nach Hersteller noch nach Belieben erweitern.

Cube hat in seinem Sortiment nicht nur eine sehr gute Auswahl in allen Bereichen, auch schaffen es die Franken, eine relativ logisch aufgebaute und gut sortierte Rennradpalette untergliedert nach Einsatzgebiet und Serien an den Start zu bringen.

Dabei stützt sich der Hersteller auf gerade mal fünf unterschiedliche Rahmenkonzepte und beweist, dass der Rennradkauf nicht zur Raketenwissenschaft hochstilisiert werden muss. Mit seinen fünf Rahmengeometrien schafft es Cube so gut wie alle gängigen Rennrad-Kategorien abzudecken. Innerhalb der jeweiligen Serien gibt es die einzelnen Rennräder mit andersartigen Ausstattungen und in unterschiedlichen Preiskategorien.

So gibt es die Einsteiger Rennräder schon für weniger als 1.000,00 Euro und der Preis steigert sich dann bis hin zur absoluten Speerspitze, dem Cube Aerium C:68X, einer Triathlon-Profi-Waffe für um die 9.000 Euro. Damit bleibt Cube seinem Motto treu: Das perfekte Bike für jeden Biker eben.

Die Cube Rennrad Familien und ihre Einsatzmöglichkeiten im Überblick:

  Cube Axial WS Cube Attain Cube Agree C:62 Cube Litening C:68 Cube Aerium
  Das Foto zeigt ein Cube Axial WS Rennrad. Das Foto zeigt ein Cube Attain Rennrad. Das Foto zeigt ein Cube Agree Rennrad. Das Foto zeigt ein Cube Litening Rennrad. Das Foto zeigt ein Cube Aerium Rennrad.
Comfort ✖️ ✖️ ✖️
Endurance ✖️ ✖️ ✖️
UCI-Compliant ✖️
Climbing ✖️ ✖️ ✖️ ✖️
Aero ✖️ ✖️ ✖️
Race ✖️
Marathon ✖️ ✖️
Triathlon ✖️ ✖️ ✖️ ✖️
Time Trial ✖️ ✖️ ✖️ ✖️
  ab 949,00 Euro ab 949,00 Euro ab 2.899,00 Euro ab 4.699,00 Euro ab 6.999,00 Euro
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Cube Agree C:62. Das Besondere.

Das Foto zeigt das geschwungene Sitzrohr des Cube Agree C 62.

Das Agree ist das ideale Rennrad für lange Tage im Sattel. Mit seiner komfortablen und aerodynamischen Geometrie ermöglicht es Höchstleistungen, sowohl beim Training als auch im Rennen.

Als leidenschaftliche Radsportler schätzen wir das Cube Agree C:62 für seine sportliche Ausrichtung in der Endurance-Kategorie. Der aerooptimierte Carbonrahmen, besonders das geschwungene Sitzrohr, erinnert an Wettkampfmodelle wie das Litening. Diese Auslegung ermöglicht eine sportliche und trotzdem komfortable Sitzposition.

Das Cube Agree ist ein Rennrad für die langen Strecken. Der Carbon-Rahmen kombiniert höchste Effizienz mit genialem Fahrkomfort für maximale Ausdauer und Performance und erfüllt diese Erwartungen auf höchstem Niveau.

Was uns gefällt: Alle Agree-Modelle verfügen jetzt über eine elektronische Schaltung.

Das Cube Cube Agree C:62 ist ideal für alle, die eher schnelle Trainingsrunden und Jedermann-Rennen und weniger ultralange 300 Kilometer Radmarathons fahren möchten. Im Vergleich mit Bikes anderer Hersteller ist das Cube Agree C:62 eine verhältnismäßig günstige Option, um ein vielseitiges, aber sportliches Marathonbike zu kaufen.

Cube Agree C:62. Die Modelpalette.

Für unseren Cube Rennrad Test haben wir uns das Cube Agree C:62 näher angesehen. Ein Bike, das sich in der oben angeführten Tabelle gleich in vier Bereiche einkategorisieren lässt: Race, Endurance, Marathon ebenso wie UCI-Compliant.

UCI-Compliant? Die UCI ist die Union Cycliste International, also der weltweit gültige Dachverband für alle nationalen Fahrradverbände und setzt unter anderem die Standards und Vorgaben für Rennen und Wettbewerbe.

Das Agree ist somit das Schweizer Taschenmesser unter den Roadbikes von Cube und richtet sich an alle ambitionierten Sportler und Gelegenheitsrennfahrer die es schnell mögen.

Für die Hardcore-Bergfahrer, Iron-Man Bezwinger, Crosser oder Zeitfahrer gibt es von Cube noch speziell entwickelte Präzisionswerkzeuge ebenso wie vielseitiger ausgelegte Bikes für alle Bikepacker und Gravel Enthusiasten. Aber im Großen und Ganzen deckt Cube mit seinem Top-Seller dem Agree viele fahrerische Ansprüche ab und macht das Carbonrennrad so für ein großes Kundenklientel interessant.

Was bedeuten die Modellbezeichnungen bei Cube?

Cube bietet das Agree in 5 Ausstattungsvarianten an und bei allen Cube Bikes Bikes werden die Modelle nach ihren Ausstattungen und Spezifikationen in den Modellbezeichnungen unterschieden.

Cube Agree C 62: Untere Mittelklasse
Cube Agree C 62 Pro: Mittelklasse
Cube Agree C 62 Race: Gehobene Mittelklasse
Cube Agree C 62 SLX: Oberklasse
Cube Agree C 62 SLT: Gehobene Oberklasse

Die Spezifikationen der Cube Agree C:62 Rennräder im direkten Vergleich:

Modell Cube Agree C:62 Cube Agree C:62 PRO Cube Agree C:62 RACE Cube Agree C:62 SLX Cube Agree C:62 SLT
  Das Foto zeigt das Cube Agree C:62. Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 PRO. Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 RACE. Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 SLX. Das Foto zeigt das Cube Agree C:62 SLT.
Rahmen: C:62® Advanced Twin Mold Technology
Gabel: CUBE CSL Evo Aero C:62® Technology
Größen: 50cm, 53cm, 56cm, 58cm, 60cm, 62cm
Gewicht: 8,6 kg 8,9 kg 8,3 kg 7,6 kg 7,4 kg
Schaltwerk: Shimano 105 Di2 RD-R7150-DGS, 12-Speed Sram Rival eTap AXS™, 12-Speed Shimano Ultegra Di2 RD-R8150-DGS. 12-Speed Sram Force eTap AXS™, 12-Speed Shimano Dura Ace Di2 RD-R9250-D, 12-Speed
Kassette: Shimano 105 CS-R7100, 11-34T Sram XG-1250, 10-36T Shimano Ultegra CS-R8100, 11-34T Sram Force XG-1270, 10-33T Shimano Ultegra CS-R8100-12, 11-30T
Steuersatz: ACROS, Top Integrated 1 1/2" w/ Integrated Cable Routing, Bottom Integrated 1 1/4"
Lenker-/
Vorbaueinheit:
CUBE Aero Stem w/ Cable Routing, Newmen Evolution Wing Bar ACROS, Top Integrated 1 1/2" w/ Integrated Cable Routing, Bottom Integrated 1 1/4"
Reifenfreiheit: 28 mm
Laufräder: Newmen Performance SL R.3 Fulcrum Racing 400 DB Mavic Cosmic SL 45 Mavic Cosmic SL 45 Carbon
Reifen: Conti Grand Sport Race SL, 28-622 Conti Grand Prix 5000 Kevlar, 28-622
Sattel: Natural Fit Nuance Natural Fit Nuance SLT Road Carbon
Sattelstütze: Agree C:62® Aero, Comfort Flex Agree C:62® Aero, Comfort Flex
Farbe: grey´n´black white´n´orange fireorange´n´black liquidblue´n´blue silver´n´black
Preis: 2.899,00 Euro 3.199,00 Euro 3.599,00 Euro 4.299,00 Euro 5.699,00 Euro
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Das C:62 kostet unter 3.000,00 Euro und ist die Einstiegsdroge in das Agree-Segment. Das C:62 SLT ist das topausgestattete Spitzenmodell und kostet fast das Doppelte. Mit einem Preis von 5.699,00 Euro ist es zwar alles andere als ein Schnäppchen, hat aber trotzdem ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis. Bei anderen Herstellern zahlst du für so eine Ausstattung deutlich mehr.

Alle gemein haben einen Carbon-Rahmen aus dem von Cube entwickelten C:62 Material, eine vollintegrierte aerodynamische Lenkereinheit ebenso aus C:62 Carbon mit innen liegenden Zügen sowie eine individuell einstellbare, modulare Lenker-Vorbau Einheit.

Integration dürfe bei der Entwicklung des Agree eines der Lieblingswörter von Cube gewesen sein – denn auch die Sattelklemme ist vollständig in den Rahmen integriert und unterstreicht so das cleane Design und rundet die perfekt abgestimmte Aerodynamik ab.

Der von Cube angestrebte Spagat zwischen Aerodynamik und Komfort, zwischen Renntrimm und Trainingsbegleiter, zwischen Marathon und Sprint scheint mit dem Agree C:62 ideal geglückt.

Cube Agree C:62 Rahmengeometrien.

Eine Rahmengeometrie beeinflusst vor allem deine Sitzposition und die Fahrdynamik des Rennrads. Sie entscheidet darüber, ob du nach Stunden auf dem Bike noch bequem und kraftvoll treten kannst oder mit Verspannungen und Schmerzen vom Bike purzelst. Ebenso beeinflusst sie, ob du ein schnelles, agiles Rad oder einen komfortablen Dauerläufer kaufst.

Grundsätzlich gibt es bei Rennrädern zwei Haupt-Rahmengeometrien: Endurance und Performance. Diese unterteilen sich aufgrund unterschiedlicher Ziele.

Die Endurance Geometrien sind für längere Strecken konzipiert. Diese entspannteren Rahmengeometrien sorgen für mehr Komfort bei langen Touren und Radmarathons, wobei aerodynamische Aspekte hier weniger im Fokus stehen.

Im Gegensatz dazu sind die Performance Geometrien auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Die Rahmen sind auf die Reduzierung des Luftwiderstands optimiert, mit kürzerem Steuerrohr und längerem Reach. Dieses aggressivere Geometriekonzept ermöglicht eine flache, aerodynamische Fahrposition und bietet eine steife Struktur für kraftvolle Sprints.

Beim Agree C:62 versucht Cube das Beste aus zwei Welten zusammenzuführen.

Ein Blick auf die untenstehende Geometrietabelle zeigt: Die Stack und Reach Werte sorgen in Kombination mit den langen Vorbauten für eine sehr sportliche Grundausrichtung. Gestützt wird das durch das aerodynamische Gesamtkonzept.

Die flachen Lenkwinkel sind für reine Endurance Geometrien ebenfalls eher unüblich. Sie sorgen bei den Cube Agree Modellen für ein ruhiges Fahrverhalten bei sehr hohen Geschwindigkeiten.

Rahmengröße 50 cm 53 cm 56 cm 58 cm 60 cm 62 cm
Stack 523 543 572 591 606 628
Reach 378 383 391 394 399 402
Sitzrohr 440 470 500 520 540 560
Oberrohr 522 539 560 575 590 600
Steurrohrwinkel 71,5° 72° 72,5° 72,5° 72,5° 72,5°
Kettenstreben 412 412 412 412 412 412
Steurrohr 107 127 157 177 195 218
Radstand 987 994 1007 1017 1027 1037
Tretlagerhöhe 73 73 71 71 69 69
Überstandshöhe 734 760 791 810 829 849
Ergonomische Werte
Länge Sattelstütze 350 350 350 350 400 400
Vorbauwinkel -6° -6° -6° -6° -6° -6°
Vorbaulänge 90 90 100 100 110 120
Kurbellänge 170 170 172.5 172.5 175 175
Reifendurchmesser max. 693 693 693 693 693 693
Reifenbreite max. 30 30 30 30 30 30
Lenkerbreite 400 420 420 440 440 440

Alle Angaben in Millimeter oder Grad.

Du möchtest mehr über Fahrradgeometrien wissen?

Diese beiden Artikel erklären alle Begriffe der moderenen Rahmengeometrien und ihre Auswirkungen auf das Fahrverhalten deines Rennrads.

Welche Rahmengröße muss dein Cube Agree C:62 haben?

Cube führt die Agree Modelle in 6 verschiedenen Rahmenhöhen. Mit deiner Innenbeinlänge kannst du die für dich passende Rahmenhöhe ermitteln. Wie das funktioniert und wie du deine Innenbeinlänge misst, erfährst du hier.

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Cube Agree C:62 Test. Die Bewertungskriterien

Um dir einen qualitativ hochwertigen Test zu liefern, testen wir regelmäßig Neuerscheinungen und führen Vergleichstests durch. Dieser Cube Agree C:64 Test basiert auf der Beurteilung folgender Kriterien:

  • Rahmen & Geometrie
  • Komponenten
  • Steifigkeit/Elastizität (in allen Belastungsrichtungen)
  • Laufradbeschaffenheit
  • Lenkverhalten
  • Gewichtsverteilung
  • Fahreigenschaften
  • Geradeauslauf
  • Kurvenverhalten
  • Steifigkeit
  • Fahrkomfort
  • Wiegetrittverhalten
  • Preis/Leistung

Und natürlich auf den Erfahrungen, die wir in der Praxis mit dem Cube Agree gemacht haben. Gefahren sind wir es in den österreichischen Alpen und im Hamburger Umland.

Warum du uns vertrauen kannst.

Dieser Test ist nicht gesponsert. Wir sind unabhängig und wir testen hauptsächlich Produkte, die wir auch selber in Gebrauch haben. Wenn uns Hersteller Produkte zum Testen zur Verfügung stellen, erhalten diese keine Vorschau auf unsere Testberichte. Außerdem nehmen wir keine Werbegelder von Unternehmen, deren Produkte wir rezensieren. Wie regelmäßige Leser unserer Vergleichsberichte wissen, wenn etwas schlecht ist, sagen wir das auch offen und ehrlich in aller Brutalität.

Cube Agree C:62. Der Praxistest

Da steht es nun vor uns, das Agree C:62 – und was soll man sagen, der erste Eindruck ist kurz von Zweifeln begleitet. Ist das schon alles oder fehlt da noch was?

Nach genaueren Begutachtungen weicht der Zweifel und die Euphorie über den cleanen und puristischen Look des Rennrads setzt ein. Das Gewicht von 8,6 kg ist ausgewogen verteilt, das Rad fühlt sich dadurch gute 20 Prozent leichter an. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Verabeitung und die Wertigkeit der Materialien, die in der Preisklasse unter 3.000,00 Euro seinesgleichen sucht.

Uns gefällt die Farbe Grey'n'Black extrem gut, aber das ist Geschmackssache. Wenn du es bunter möchtest, musst du dich für die höherpreisigen Modelle Pro, Race, SLX oder SLT entscheiden.

Schon beim ersten Hinausschieben des Agree aus der Einfahrt vermittelt das Bike das Gefühl, den unbändigen Vorwärtsdrang nur schwer bändigen zu können. Wie ein junges Rennpferd auf dem Weg zur Rennbahn will man es einfach nur noch von der Leine lassen. Und siehe da: Genau so fährt es sich auch.

Die Sitzposition, die Ergometrie, die Komponenten – alles ist auf bedingungslosen Vortrieb ausgelegt. Schon mit dem lockeren Einfahren werden die Kilometer nur so gefressen und das mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht.

Die erste Testfahrt führt uns über eine kaum befahrene Landstraße mit wenigen mäßigen Steigungen bis hin zu einer ersten Bergetappe mit um die 700 Höhenmeter. Da wir auch die Abfahrtseigenschaften testen wollen, führt uns derselbe Weg auch wieder nach Hause.

Die ersten Kilometer fahren sich wie von selbst. In einem leichteren Gang und einer etwas höheren Trittfrequenz fühlt es sich nicht nach Training an, eher nach Genussradeln mit der Familie, wäre da nicht die doch trotzdem schon recht hohe Pace.

Das Foto zeigt das UCI-Siegel am Sitrohr des Cube Agree C:62.

Weil es sich beim Agree C:62 um ein UCI-konformes Renngerät handelt, wird es Zeit, ihm auch die Sporen zu geben. Also zwei, drei Gänge zulegen, Oberkörper etwas nach vorne, Blick konzentriert auf die Straße richten und Frequenz hochhalten oder noch steigern. Und wie verhält sich das Agree?

Unbeeindruckt, ja fast schon gähnend langweilig hält es souverän die Spur, kein Klackern, kein Zicken, nichts wackelt oder rappelt. Je mehr der Fahrer aus der Komfortzone geht, desto mehr kommt das Bike in seine Komfortzone.

Selten hat sich auf einem Roadbike jede Bewegung, jeder Tritt aber auch jede Schalt- bzw. Bremsvorgang so selbstverständlich und richtig angefühlt wie auf dem Agree C:62.

Das Foto zeigt die aerooptimierte Lenkereinheit des Cube Agree C:62.

Die ausgetüftelte Aerodynamik lässt das Cube Agree beim Fahren noch leichter wirken, die von Cube angestrebte Integration sowohl beim Vorbau als auch bei der Sattelstütze funktioniert nahezu perfekt. Kein Seilzug steht auch nur irgendwo im Wind und die Lenkereinheit fühlt sich so vertraut an, als wäre man schon damit auf die Welt gekommen.

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Mal sehen, ob das Agree auch auf der Bergwertung überzeugt oder ob es auf der Ebene seine Trümpfe schon alle ausgespielt hat. Bereits auf den ersten Höhenmetern beim allerersten Schaltvorgang erinnert uns das Agree liebevoll und geschmeidig daran, dass die Trümpfe ganz sicher noch nicht verbraten sind.

Das Foto zeigt die Shimano 105 Di2 in der Nahaufnahme.

Die drahtlose Shimano 105 Di2 (übrigens ein Bombenschaltwerk für ein Bike unter 3.000,00 Euro) wechselt die Gänge selbst unter Last so butterweich, dass jeder Porsche mit Doppelkupplungsgetriebe vor Neid erblasst.

Auch die Sitzposition ist nach nun bereits einigen zurückgelegten Kilometern immer noch so angenehm, dass man trotz ersten Müdigkeitserscheinungen stets das Gefühl hat, immer noch 110 % gehen zu können.

Die 1650 Gramm schweren Newmen Performance SL Laufräder gepaart mit den werkseitig verbauten Conti Grand Sport Race Reifen bieten ein extrem angenehmes Abrollverhalten, dass man das Gefühl hat, man würden einen Zentimeter über dem Boden schweben.

Kurz vor der Bergankunft hebt sich der Bergrücken noch einmal stärker. Der ideale Punkt, um ein letztes Mal so richtig anzugreifen um zu sehen, ob das Agree auch im Wiegetritt mithält oder ob wir es (endlich) an seine Grenzen bringen.

Also, Poppes aus dem Sattel, einen Gang hochschalten und alles reinhauen, was geht. Liebes Cube, machst du mit? Das Agree scheint laut ‚JA zu schreien und verhält sich wie ein Junghengst, der endlich von der Leine gelassen wird.

Mit jedem Tritt fühlt es sich an, als würde das Agree noch einen kleiner Schubser hinten drauf legen, also würde es versuchen, beim Kraftsparen zu helfen.

Oben angekommen quert eine Wandergruppe die Straße. Etwas verdutzt starren sie wohl, aber vermutlich haben sie noch nie einen Rennradfahrer gesehen, der sich gerade die Lunge aus dem Körper schnauft und dennoch ein so breites Grinsen im Gesicht ha. Nur eines scheint die Freude über den Anstieg noch zu toppen: Die Vorfreude vor der Abfahrt.

Kurz durchschnaufen, ein paar Elektrolyte einsaugen und auf gehts. Locker anfahren und schauen, wie das Agree bergab Fahrt aufnimmt und wie gut es sich in schnellen Passagen anfühlt.

Wie erwartet macht es genau das, was man sich erhofft. Innerhalb kürzester Zeit nimmt es ohne viel Anstrengung gut Speed auf, fährt sich wie auf Schienen, egal ob engere oder weitläufige Kurven, schon nach wenigen Metern ist man am Cube Agree im Flow und alles läuft wie von selbst.

Das Foto zeigt die hintere hydraulische Scheibenbremse Shimano 105 BR-R7170.

Auch die Bremsanlage nimmt sich Cube für das Agree C:62 von Shimano und verbaut die 105 BR-R7170 mit 160 mm Scheibe vorne und hinten. Und hier ist auch das einzige kleine Manko. Wenn man denn unbedingt eines braucht. Die Bremse funktioniert bei kürzeren Abfahrten und in der Ebene top, bei längeren Abfahrten wird der Druckpunkt etwas schwammig und man langt sicherheitshalber wohl etwas zu stark hin. Aber das ist Jammern auf extrem hohen Niveau.

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Unser zweiter Tester hat sich mit dem Cube Agree C:62 im Hamburger Umland startend auf eine 120 Kilometer Tour zur Ostsee und zurück begeben. Als überzeugter Fan von Performance Rennrädern musste er sich an die Geometrie gewöhnen. Durch das hohe Steuerrohr, den kurzen Vorbau und die Spacer saß er relativ aufrecht.

Die Geometrie und das im Vergleich zu Aero Bikes höhere Gewicht verleihen dem Rad weniger Agilität auf der Straße. Aber man kann mit dem Agree endlose Kilometer schrubben. Und zwar schnell. Während der Fahrt fällt vor allem das berechenbare Fahrverhalten und Handling auf. Erwähnenswert sind auch die hohe Steifigkeit und das damit einhergehende Sprintvermögen des Cube Agree.

Erstaunlicherweise lässt sich der Lenker im Stand nur begrenzt drehen. Daher ist es nicht möglich, direkt aus dem Stehen eine scharfe Kurve zu fahren. Davon merkt man im Fahren aber nichts.

Das Foto zeigt die Shimano 105 FC-R7100 Kurbelgarnitur des Cube Agree C:62.

Wie schon in Österreich gesehen, muss man sich um den Tretwiderstand auch im Flachland keine Gedanken machen. Das Agree ist serienmäßig mit einer Shimano 50/34-Kurbelgarnitur und einer Kassette mit bis zu 34 Gängen ausgestattet.

Das Foto zeigt den Cube Natural Fit Nuance Sattel.

Was uns gefällt: Mit den 28 mm-Reifen hat man auch auf schlechten Straßen oder Kopfsteinpflasterpassagen genügend Grip und Komfort. Die flexende Sattelstütze gleicht Fahrbahnunebenheiten aus und der Cube Natural Fit Nuance Sattel sorgt auch bei langen Touren für Komfort.

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Unser Fazit.

Wieder einmal ist es Cube gelungen, ein Agree auf den Markt zu bringen, das viele Radfahrer begeistert. Auch weil man mit dem Agree Training und Rennen mit ein und demselben Bike absolvieren kann.

Für den unschlagbaren Preis von 2.899,00 Euro erhält man ein Rennrad mit der hervorragenden Shimano 105 12-Gang Di2-Gruppe mit dem man kraftvoll, schnell und komfortabel Kilometer machen kann.

Wenn wir uns eine Verbesserung wünschen könnten, dann wäre es wahrscheinlich die Shimano Bremsanlage, deren Druckpunkt bei längeren Abfahrten etwas schwammig wird. Aber dafür kann Cube nichts.

Gibt es für das Cube Agree C:62 eine Kaufempfehlung?

Dazu von uns ein ganz klares ja. Das Agree ist nicht nur gut, es ist in seiner Preiskategorie mit der Ausstattung und dem Entwicklungsstandard wohl sämtlichen vergleichbaren Bikes deutlich überlegen.

Wenn du also auf der Suche nach einem kompletten, komfortablen Rennrad bist und dein Konto nicht sprengen willst, dann ist das Agree C:62 die beste Wahl für dich.

Pro Contra
Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Farbe könnte nicht jedem gefallen.
Spitzenmässige Ausstattung. Bei längeren Abfahrten wird der Druckpunkt der Bremse etwas schwammig.
Vollwertiger Racer.  
Berechenbares Fahrverhalten und Handling.  
Option für ein zusätzliches Stauchfach im Rahmendreieck.  

Auf der Bewertungsskala sind 9,9 von 10 möglichen Punkten aktiviert.
Unsere Bewertung: 9,9 von 10 Punkte.

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9 Gründe das Cube Agree C:62 zu kaufen.

✅ Mit schnell rollenden Continental Grand Sport Race SL Reifen ist das Cube Agree C:62 vielseitig auf der Straße unterwegs.

✅ Die fünf Ausstattungsoptionen ermöglichen dem Fahrer die Wahl zwischen Shimano- und SRAM-Komponenten.

✅ Alle Agree Modelle sind mit einer elektronischen Schaltung und hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet.

✅ Eine Carbon-Sattelstütze und -Gabel reduzieren Vibrationen auf der Straße.

✅ Ein steifes Tretlager, ein hochwertiger Carbonrahmen und Steckachsen bringen das Rennrad kraftvoll bergauf.

✅ Flach montierte Bremsen und intern verlegte Züge verleihen dem Agree C:62 ein aufgeräumtes Erscheinungsbild und vermeiden unnötigen Luftwiderstand.

✅ Die Geometrie des Agree C:62 ermöglicht eine Fahrposition, die schnelle Manöver und kraftvolle Antritte zulässt.

✅ Die 28c-Reifen und der lange Radstand bieten dem Fahrer ein vertrauenerweckendes Fahrverhalten. Nicht nur bei Abfahrten.

✅ Das Agree ist für ein Carbon Rennrad mit so einer Ausstattung sehr günstig.

2 Gründe das Cube Agree C:62 nicht zu kaufen.

❌ Du findest die Farbe langweilig.

❌ Bei längeren Abfahrten wird der Druckpunkt der Bremse etwas schwammig.

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Wer schreibt hier?

Das Foto zeigt Tom Böhm .

Tom Böhm aus Köflach / Österreich.

Ich war immer schon begeistert auf zwei Rädern unterwegs. Waren es früher noch hauptsächlich Enduro-Motorräder, so habe ich seit ein paar Jahren auch die Liebe zu Rennrädern und Mountainbikes entdeckt. Egal ob mit oder ohne Elektrounterstützung, es gibt nichts schöneres als nach einem harten Arbeitstag oder einer anstrengenden Woche einfach loszufahren, nur die Natur und ich. Ich liebe es dabei, ständig neue Routen zu erkunden – auf der Straße ebenso wie querfeldein durch den Wald oder über die schönen Almen Österreichs.

„Geht nicht, gibt’s nicht“ beschreibt dabei meine Routenwahl oft am besten – ganz zum Bedauern meiner Frau, die mich meistens dabei begleitet.